Prost!

Lois: ein sommerlich-leichter Epigone mit viel Eigenleben

Lexikon der Getränke. Diese Woche: Sommerwein

Stadtleben | aus FALTER 23/10 vom 09.06.2010

Im Sommer trinkt man ja generell lieber den leichten Wein. Das war so weit okay, bis vor 13 Jahren das Schlossweingut Graf Hardegg aus dieser Tatsache eine Marketingstrategie strickte und mit dem „Veltlinsky“ den ersten Designer-Sommer-Veltliner kreierte. Ihm folgten unzählige Epigonen, lauter leichte, fruchtige Grüne Veltliner mit lustigen, kurzen Namen und poppigen Etiketten.

Auch der vor zehn Jahren erstmals auf den Markt gebrachte „Lois“ von Fred war so einer: besonders fruchtig, besonders kurzer Name, besonders gestyltes Etikett. Besonders erfolgreich. Fred Loimer blieb aber nicht dabei, sondern veränderte den Lois in Richtung veritabler Wein, den man auch trinken kann, wenn nicht gerade Grillparty ist und die Flasche für eine halbe Stunde in der Tiefkühltruhe aufbewahrt wurde.

Ein Markenwein mit hohem optischem Wiedererkennungswert ist er freilich noch immer, aber wiedererkennen lassen sich immerhin auch die Rebsorte, der Jahrgang (2009 war ein ziemlich guter, der Wein ist daher auch gehaltvoller als sonst) und die Weinbauregion (das niederösterreichische Kamptal), und das ist für einen Markenwein schon ganz schön viel.

Okay, dass die Jubiläumsedition ablösbare Etiketten hat, unter denen dann zehn verschiedene Jubiläumsetiketten kleben, mag sicher auch für irgendwen wichtig sein. Sagen wir so: Es mindert den Genuss dieses präzisen Grünen Veltliners aber gar nicht. Zu kaufen bei Wein & Co um 6,99 Euro. fH


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