Kunst Tipp

Mexikanische Fremd- und Selbstbilder

Extra | Nicole Scheyerer | aus FALTER 24/10 vom 16.06.2010

Sie waren Freundinnen und ihrer beider Werke wurden schon oft gemeinsam präsentiert: Die Fotografin Tina Modotti (1896–1942) und die Malerin Frida Kahlo (19071954) werden in Wien in zwei voneinander unabhängigen Ausstellungen gezeigt. Als sich die beiden Frauen 1928 in Mexiko begegneten, hatte Modotti schon große Reisen hinter sich. Nur 16-jährig emigrierte sie vom Friaul nach Kalifornien, wo sie später in Stummfilmen mitwirkte. Bald wechselte sie jedoch hinter die Linse. Mit ihrer Liebe zum Fotografen Edward Weston, die sie nach Mexiko führte, begann auch Modottis Karriere mit der Kamera.

Die Schau im KunstHausWien führt Modottis Faszination für die mexikanische Kultur vor, etwa in der Serie „Frauen von Tehuantepec“. In den 20er-Jahren schloss sie sich den Kommunisten um den Künstler Diego Rivera an. Ihre Porträts, Stillleben und abstrakten Kompositionen vereinen soziale und politische Themen mit anspruchsvoller Ästhetik. Um das ins Surreale überhöhte Selbstporträt dreht sich Frida Kahlos Werk im Bank Austria Kunstforum. Die 170 Gemälde und Zeichnungen starke Wanderausstellung ist die größte jemals gezeigte Werkschau der exzentrischen Mexikanerin.

KunstHausWien, ab 1.7. Bank Austria Kunstforum, ab 1.9.


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