Kritik

Kleists Penthesilea in Lack und Nieten

Lexikon | Sara Schausberger | aus FALTER 24/10 vom 16.06.2010

Vier Männer und vier Frauen sitzen auf einer leeren Bühne, deren Boden mit schwarzen und weißen Rosen bedeckt ist. Sie tragen Lack, Nieten, Netzhemden und schwere Schuhe. Alles in schwarz. Gespielt wird Kleists Drama „Penthesilea“, in dem sich die Amazonenkönigin in Achill, den Helden der Griechen, verliebt. Weil die Amazonen aber in einer Frauengesellschaft leben, die Männer nur zur Zeugung duldet, ist die auf Gewalt basierende Liebe zum Scheitern verurteilt. Die Inszenierung von Evelyn Fuchs lässt dem Text keinen Raum, er geht im Schreien der Darstellerinnen und in den Choreografien der Kämpfe unter. Eine unästhetische, zu offensichtliche Bearbeitung eines klassischen Stoffes im kitschigen Gewand.

Kosmos Theater, Fr, Sa, Mi, Do 20.30 (bis 26.6.)


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