Kritik

Drei Monologe vom Leben im Untergrund

Lexikon | aus FALTER 24/10 vom 16.06.2010

Ein Raum, drei Menschen. Sie wurden eingesperrt, sind untergetaucht oder in Lebensgefahr. Die Vorstellung vom Draußen bestimmt die Gedanken im Drinnen, die Sonne kann man sich nur auf die Wand malen, die Tage an Perlenketten abzählen. Julya Rabinowichs „Auftauchen. Eine Bestandsaufnahme“ besteht aus ineinander verschlungenen Monologen, die wie zufällige Resonanzen miteinander korrespondieren. Dabei entstehen schöne Überschneidungsbilder, denen man gern länger nachhängen würde – wozu die Inszenierung von Veronika Barnas jedoch wenig Raum lässt. 45 Minuten lang wird ein von Zeitwellen bestimmtes Leben im neonbeleuchteten Untergrund geschildert, trotzdem ist der Eindruck am Ende ein oberflächlicher.

Volkstheater, Empfangsraum, Fr, Di, Mi 19.30


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