Musiktheater Kritik

Mozarts Serail: Spiele lieber ungewöhnlich

Lexikon | Isabella Grossmann | aus FALTER 24/10 vom 16.06.2010

Seltsam statisch schleppt sich Helen Malkowskys Inszenierung von Mozarts „Entführung aus dem Serail“ dahin. Von Grandezza keine Spur, wenn der Herrenchor als rotbärtige Talibantruppe allzu lässig, musikalisch allerdings einwandfrei antritt. August Zirner (in der Sprechrolle des Bassa Selim) schnürt katzen- und kumpelhaft über die Bühne. Kristiane Kaiser (Konstanze) und Gregory Frank (Osmin) singen passabel. Überzeugend agieren Daniel Behle (Belmonte) als idealer Mozarttenor, Andrea Bogner als muntere Blonde und das Volksopernorchester unter Sascha Goetzel. Szenisch inspiriert allenfalls der Schluss: Bassa Selim lässt seine Gefangenen zwar ziehen, doch wirft ihm Osmin kurz darauf deren blutbefleckte Kleider vor die Füße.

Volksoper, So, Mi 19.00


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