Vernissagen

Ein letztes Aufleuchten vor dem Abschied

Lexikon | aus FALTER 24/10 vom 16.06.2010

Auf auf, zu den letzten drei Eröffnungen unter der Ägide von Edelbert Köb: Bevor der Mumok-Direktor im September Karola Kraus die Klinke in die Hand gibt, richtet er noch der Künstlerin Brigitte Kowanz eine große Personale aus. Die 1957 geborene Wienerin ist vor allem für ihre Lichtskulpturen bekannt geworden, in denen sie Themen wie Raum, Zeit und Information verhandelt. Kowanz verarbeitet Textbrocken, Zahlenreihen, Morsezeichen und andere Codierungen, um Denk- und Wahrnehmungsmuster zu beleuchten. Die Retro verfolgt Aspekte ihres Schaffens seit den 80er-Jahren, die in neuen Licht- und Spiegelinstallationen aktuelle Umsetzungen finden. Auch die Museumsfassade und der Uniqa Tower in der Praterstraße werden für die Dauer der Schau von Kowanz illuminiert.

Die historisch orientierte Sommerausstellung „The Moderns. Revolutions in Art and Science 1890–1935“ geht interdisziplinären Verbindungen zwischen Kunst und Wissenschaft nach, wie sie von Einsteins Relativitätstheorien ausgelöst wurden. Künstler wie Marcel Duchamp, László Moholy oder Giacomo Balla griffen naturwissenschaftliche Erkenntnisse auf und wollten mit diesen Innovationen auch die Kunst erneuern. Eine Ambition lag etwa darin, das Unsichtbare – das Röntgenstrahlen und physikalische Experimente zeigten – auch künstlerisch zur Erscheinung zu bringen.

Schließlich bekommt auch ein Newcomer eine Chance. Mladen Miljanovic, 1981 in Bosnien-Herzegowina geboren, war letztes Jahr Preisträger des Henkel Art.Award. Für seine Schau „Museum Service“ nimmt er sich einen Wagen der jugoslawischen Automarke Zastava vor. Zum Programm seiner 7-tägigen Performance zählen Chaffeurdienste ebenso wie Materialerkundungen am Gefährt und die Lahmlegung des einst beliebten Ostblockwagens. ns

Mumok, Do 19.00


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