Leopoldine und Emir

Politik | aus FALTER 24/10 vom 16.06.2010

Emir Akdag ist der Obmann eines islamischen Zentrums, das Leopoldine Weidinger verhindern will. Die beiden leben in unterschiedlichen Welten, getrennt durch eine Einbahnstraße in Floridsdorf

Reportage: Stefan Apfl

Als Leopoldine Weidinger am Donnerstag, den 15. April, gegen 20 Uhr von einem langen Arbeitstag nachhause kommt und ihr Postfach öffnet, nimmt ihr Leben eine entscheidende Wende. Sie fischt einen Flugzettel heraus, läutet sofort bei ihrer Nachbarin: Ja, die habe ihn auch bekommen. Und nein, das könne nicht wahr sein.

Ein türkisch-islamisches Zentrum soll eröffnet werden, und zwar nicht irgendwo, sondern in Wien, in Floridsdorf, in der Rappgasse 7, schräg gegenüber von Leopoldine Weidingers Erdgeschoßwohnung, Hausnummer 6. „Seit diesem Tag“, sagt die 54-jährige Angestellte, „lebe ich nicht mehr mein Leben.“

In derselben Gegend hat Emir Akdag, 40, gelernter Maurer, eine neue Heimat gefunden. Er kommt jeden Tag hierher, lässt den Stress, die Müdigkeit, die Grammatikfehler


Diese Artikel könnten Sie auch interessieren:


Anzeige

Anzeige