Zeit am Schirm

TV-Kolumne

Medien | Julia Ortner | aus FALTER 24/10 vom 16.06.2010

Junge Leute mit fragwürdigem Geschmack und schlimmen Dialekten betrinken sich bis zum Umfallen und benehmen sich auch sonst recht peinlich: So könnte man die ATV-Dokusoap „Saturday Night Fever“ (Di, 20.15 Uhr) abtun. Doch das Format erzählt mehr über die Welt des österreichischen Durchschnittsjugendlichen als die meisten „anspruchsvollen“ Sozialreportagen. Hier reden die Kids so, wie sie denken, hier zeigen sie uns ihre Lebensrealität zwischen Großraumdisco und ländlicher Tristesse. Die Burschen üben sich in Männlichkeitsritualen und sind unsicher, die Mädchen versuchen sich in Mata-Hari-Posen und sind unsicher – alles sehr kurzweilig. „Saturday Night Fever“ gehört zu jenen neuen und gut gemachten Reality-Formaten, die relativ nahe an den Protagonisten dran sind, ohne sie zu sehr als Darsteller zu inszenieren. Da passieren trotz Kamera immer wieder echte Momente, die gar nicht peinlich sind. Eines macht uns die Sendung jedenfalls wieder bewusst: 16 zu sein ist ein harter Job.


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