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IT-Kolumne

Medien | Ingrid Brodnig | aus FALTER 24/10 vom 16.06.2010

Datengier, Speicherwut, Größenwahn. Man kann Google vieles unterstellen, aber manches ist dann doch übertrieben. Eine amerikanische Passantin verklagt den Internetriesen, weil er ihr eine unsichere Wegbeschreibung geliefert haben soll. Als Lauren Rosenberg nächtens einen stark befahrenen Highway in Utah überquerte, wurde die Frau von einem Auto angefahren. Angeblich hatte ihr Google-Maps zuvor empfohlen, die mehrspurige Straße ohne Gehsteig zu überqueren. Google sei „fahrlässig, rücksichtslos und unvorsichtig“ vorgegangen, deswegen fordert sie nun 100.000 Dollar Schadenersatz. Was hätte diese Frau gemacht, wenn Google gesagt hätte, „spring von dieser Brücke“? Den Navigationsdiensten darf man halt kein Wort glauben. Die arbeiten längst an der Dezimierung der Menschheit. „In 50 Metern links abbiegen“, sagt das Navi. Und ich frage mich: Meint es in die Hauswand oder in den Kinderspielplatz? Da ist der stark befahrene Highway von Frau Rosenberg ja noch harmlos dagegen.


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