Kunst mit dem Lötkolben

Feuilleton | aus FALTER 24/10 vom 16.06.2010

Die Kunstingenieurin Judith Fegerl baut ausgeklügelte Maschinen und Apparate

Porträt: Nicole Scheyerer

Was wäre, wenn Kontaktlinsen wie Speichermedien funktionierten? Wenn sie gesehene Bilder aufnehmen könnten, sodass diese später wieder abrufbar wären? Zu solchen Fantasien verführte die Installation „Read only memory“ (2004) von Judith Fegerl. Jahrelang hatte die Wiener Künstlerin ihre getragenen Eintageslinsen aufbewahrt. Für ihre Diplomarbeit an der Angewandten baute sie schließlich folgende Anordnung: Zwei Lasersysteme scannten die Kontaktlinsen und warfen abstrakte Bilder an die Wand, die durch die Verunreinigungen und Abnützungen auf den Sehhilfen zustande kamen.

„Mir gefiel die Idee, die Linsen wie Dias mit einem Projektor zu lesen“, erzählt die 1977 geborene Künstlerin über diese jeweils einzigartigen Körpersignaturen. Die roten Strahlenbündel gaben freilich nichts früher Gesehenes wieder, aber die Spuren auf den Haftschalen implizieren doch Miniereignisse,


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