Ironie im Auftrag höherer Wesen

Feuilleton | aus FALTER 24/10 vom 16.06.2010

Der Maler Sigmar Polke verzichtete auf Selbstinszenierung zugunsten feinsinniger Erkundung der Oberfläche

Nachruf: Matthias Dusini

Der am vergangenen Freitag verstorbene Sigmar Polke war der Maler, auf den sich alle einigen konnten. Er ließ figurative und abstrakte Malweisen miteinander kollidieren, bediente sich des strengen Rasters ebenso wie konvulsivischer Farbexpression, malte auf Geschirrtüchern und Pyjamastoffen, tauchte den Pinsel in giftige Farben: Bilder brechen und verätzen, damit sie leben können.

Das Werk des 1941 in Oberschlesien geborenen Künstlers ist in einer Zeit verankert, in der die New Yorker Kunst führend war. Strömungen wie der Abstrakte Expressionismus, Minimal Art oder Pop-Art gaben die Normen des Zeitgemäßen vor. Eine ironische Antwort darauf kam aus Deutschland.

Noch als Student der Düsseldorfer Kunstakademie startete Polke mit seinen Kollegen Gerhard Richter und Konrad Lueg das Projekt „Kapitalistischer Realismus“. Sie stellten im Rahmen einer Aktion


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