Aus Nazi-Künstlern werden Nachkriegskünstler

Steiermark | aus FALTER 24/10 vom 16.06.2010

Das Stadtmuseum zeigt, wie sich steirische Künstler in der „Kunst der Anpassung“ übten

Vorbericht: Florian Labitsch

Otto Hochreiter stellt gleich klar: „Wir richten keinen bürgerlichen Nazi-Kunstsalon ein.“ Denn die Ausstellung „Die Kunst der Anpassung“ sei eine kulturhistorische Ausstellung, so der Direktor des Stadtmuseums Graz. Dabei wird neben der Kunstproduktion auch die Verhaltensweise der Künstler untersucht. Und die Ergebnisse der – mit der Neuen Galerie Graz erarbeiteten – Schau sind erschütternd: Die rund 250 Exponate, begleitet von umfangreichem Informationsmaterial, belegen die intensive Kollaboration vieler Künstler und beinahe aller steirischer Kunstorganisationen mit den Nazis. Die Mehrheit der ohnehin traditionell und antimodern eingestellten Künstler konnte nach dem „Anschluss“ die NS-Kunstforderungen relativ problemlos übernehmen, viele waren schon vor 1938 Nazis, wie Hochreiter erklärt. Manche, wie Heinz Reichenfelser oder Ernst Dombrowski,


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