Kritik

Schwarze Milch, Tag und Nacht

Lexikon | aus FALTER 25/10 vom 23.06.2010

Wie ein großer Buddha hängt der Säugling an der Brust einer grotesk geschrumpften Mutter, der schon alle Lebenskraft entzogen zu sein scheint. Mit viel schwarzem Humor widmet sich Sevda Chkoutova in ihren neuen Arbeiten der Mutterschaft und ihren Abgründen. Auf großen wie auf Kleinstformaten zeichnet die ursprünglich aus Sofia stammende Künstlerin mit derselben Souveränität. „24 h“ heißt die sehenswerte Schau, in der Teddys schwarze Tusche weinen und Mamas gruselige Clown- oder Busengesichter tragen. Wäre nicht Chkoutovas expressiver Bildwitz, diese häusliche Welt der Körperöffnungen und -säfte könnte leicht albtraumhaft wirken. So rührt aber ein barock anmutendes, strahlendes Kindlein ebenso, wie eine „Hausfrau“, die sich auf Bauklötzen ein Nickerchen gönnt. nS

Galerie Chobot, bis 7.7.


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