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Kino wie noch nie: Jacques Tatis „Playtime“

Lexikon | aus FALTER 25/10 vom 23.06.2010

Tati war ein Pedant und „Tatillon“, nicht von ungefähr, sein Spitzname. Die kolossale Wirkung seiner Gags verdankte sich akribischer Vorbereitung, sie war wie Mathematik berechnet. Das bezeugt kein anderer Film so nachdrücklich wie „Playtime“ aus dem Jahre 1967, seine aufwendigste Kinoarbeit, gefilmt in der eigens erbauten „Tati-Ville“. Die moderne Technik und ihre Tücken sind hier in Form eines kafkaesken Glaspalasts repräsentiert, in den unbeschadet einzutreten allein schon beinahe unmöglich ist. Das zeitgenössische Publikum indes mochte Jacques Tati, dessen populärer Monsieur Hulot nur noch eine Nebenfigur unter vielen ist, nicht mehr folgen: „Playtime“, ein Film für Körper und Geräusch, fast ohne Dialog, ruinierte den Filmemacher. Vorführung zum Auftakt von Kino wie noch nie. MO

Openair im Filmarchiv, Do, 21.30 (OmU)


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