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Falter & Meinung | Klaus Nüchtern | aus FALTER 25/10 vom 23.06.2010

Es gibt kein schlechtes Wetter, nur unpassende Kleidung, lautet ein Schlauspruch, mit dem man sich unglaublich viele Freunde machen kann. Übertragen auf die Stadtleben-Aufmachergeschichte könnte man vielleicht sagen: Es gibt kein schlechtes Wetter, sondern nur Gebrauchswertverzögerung. Stimmt aber eh auch nicht, weil Erkenntnisgewinn ja ein wetterunabhängiger Gebrauchswert ist und man durchaus nicht mexikanisches Flaschenbier in Deckchairs, die in Zwergerldünen dümpeln, süffeln muss, um sich für Wesen, Genese und ökonomische Grundlage der Donaukanalgastronomie zu interessieren – die sich kulinarisch vom Berner Würstel eher Richtung Pyrenäenfrischlingsschinken auf Wasabischaum entwickelt. Leute, die so was gutheißen, finden sich mittlerweile ja wie Sand an der Spree.

Apropos Essen. Weil Temperaturen zwischen zehn und 15 Grad volksdidaktischen Anstrengungen besonders entgegenkommen, möchte ich eine letzte vorherbstliche Offensive in Sachen Ernährungserziehung starten. Wenn mir nämlich die Großschädl-Nathalie weismachen will, dass sie keine Zeit hat, sich zu Hause was zum Essen zu richten, dann kann ich ihr versichern, dass der Erwerb von polysterolverpackten Ananasteilen in der Rushhour des kollektiven Obststückchenerwerbs garantiert nicht mehr Zeit spart. Und wenn der an sich von allen Hipnessimperativen sympathisch unbeeindruckte Gepp-Sepp Jausenbrote als „uncool“ verunglimpft, kann ich nur sagen: Weise Männer – an ihren Klappstullen sollt ihr sie erkennen! Von Armin Thurnher und mir könnte man also noch ganz schön was lernen.


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