Kommentar

Was wäre, wenn in Wien keine Nazis mehr herumstehen würden

Denkmale

Erich Klein | Falter & Meinung | aus FALTER 25/10 vom 23.06.2010

Auch wenn Karl Luegers Denkmal am Stubentor noch so herausgeputzt ist: Es wird den christlich-sozialen Bürgermeister der Jahre 1897 bis 1910 vom rabiaten Antisemitismus, den er in die Politik einführte, nicht befreien. Den Vorwurf, nicht schon längst diesbezügliche Hinweise angebracht zu haben, muss sich die Stadt Wien gefallen lassen.

Ein in der „Angewandten“ ausgeschriebener Wettbewerb für die Umgestaltung des Ensembles hatte unerwartet große Resonanz; das Siegerprojekt schlägt vor, den „schönen Karl“ um einige Grade zu neigen. Wird der Lueger dadurch weniger Antisemit? Die Schräglage – ein angedeuteter Denkmalsturz, in der Hoffnung, dass alles irgendwann von selbst umfällt?

Eine Diskussionsrunde im Republikanischen Club brachte wenig Aufschluss und viele Fragen. Esoterisch der Hinweis einer Kunsthistorikerin, der Denkmalsockel wirke mit seinen „fast schon Naziskulpturen“ unbewusst auf Passanten – ist auch gefährdet, zum Stalinisten zu werden, wer am Befreiungsdenkmal

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