Kolumne

Kirgisien auf dem Weg zu einem zweiten Afghanistan

Außenpolitik

Franz Kössler | Falter & Meinung | aus FALTER 25/10 vom 23.06.2010

Z wei Jahrzehnte nach Ende des Kalten Kriegs gibt es noch immer keine internationale Organisation, die bei Konflikten, die dieser hinterlassen hat, unparteiisch, rasch und effizient eingreifen könnte.

Wir kennen solche Konflikte nicht nur aus Afrika, wir haben sie in unserer Nachbarschaft am Balkan erlebt, im Nordkaukasus und jetzt in Zentralasien, in unmittelbarer Nähe Afghanistans, am sensiblen Schnittpunkt unterschiedlicher Interessen Russlands, Chinas und des Westens.

Die ethnischen Spannungen im Süden Kirgisiens, ein Erbe der Nationalitätenpolitik Stalins, führten vergangene Woche zu einem Pogrom gegen die usbekische Minderheit mit 2000 Todesopfern und einer halben Million Flüchtlinge. Ganze Stadtviertel wurden geplündert und niedergebrannt.

Vergeblich hat die neue kirgisische Regierung, die eben das korrupte Vorgängerregime gestürzt, aber das Land und ihr Militär noch nicht ganz unter Kontrolle hat, Moskau um die Entsendung von Truppen und die USA um Militärfahrzeuge ersucht.

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