„Abgekartetes Spiel“

Politik | aus FALTER 25/10 vom 23.06.2010

Politiker hofieren den Glücksspielriesen Novomatic. Vertrauliche Akten zeigen nun, wie der Konzern zur Bewilligung von 2500 Automaten kam

Bericht: Florian Klenk

Wer verstehen möchte, wie es um den Spielerschutz in Österreich bestellt ist, sollte einen Blick in eine dieser kleinen verrauchten Spielkabinen werfen, die Wiens Vorstädte prägen. Rund um den Ottakringer Brunnenmarkt etwa locken die Glücksspielautomaten der Firma Novomatic. Der Höchsteinsatz für ein Spiel am „Gaminator“ beträgt offiziell nur 50 Cent, der Höchstgewinn 20 Euro. So sieht es das Gesetz vor. Noch.

Doch der Test zeigt: Binnen zweier Minuten sind bereits zehn Euro verspielt, der Stundenlohn des türkischen Arbeiters, der auf dem Hocker nebenan in der letzten Woche mehrere hundert Euro, also seinen halben Monatslohn, verspielt hat. Eine Spielanleitung für den Automaten gibt es hier übrigens ebenso wenig wie eine Ausweiskontrolle.

Das Glücksspielgesetz sollte diese unkontrollierte Abzocke der Unterschicht verhindern.


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