Nachgetragen

Wien, Europa und die Welt. Journal mehr oder weniger bedeutender urbaner Begebenheiten

Politik | aus FALTER 25/10 vom 23.06.2010

Er wurde aus dem PAZ versetzt: der Amtsarzt mit der Wurstsemmel

Matthias G. Bernold

Sein Umgang mit Hungerstreikenden soll eigentümlich gewesen sein: Bei Untersuchungen war der Amtsarzt – erzählten Schubhäftlinge aus dem Polizeilichen Anhaltezentrum (PAZ) Hernalser Gürtel – „unfreundlich und gleichgültig“, die abgemagerten Männer habe er nicht über deren Gewicht und Blutzuckerwerte informiert. Obendrein habe er während der Untersuchungen Wurstsemmeln gegessen.

Das berichteten PAZ-Insassen Volksanwältin Terezija Stoisits, die im April dort einen Sprechtag abhielt. Zwei Männer aus Pakistan erzählten von ihren Erfahrungen mit dem Amtsarzt. Keine Einzelfälle, wie die Untersuchung später ergab. „Zum Thema Gesundheitsversorgung hören wir die häufigsten Klagen von Schubhäftlingen“, bestätigt auch Anwalt Georg Bürstmayr, Mitglied des Menschenrechtsbeirats im Innenministerium, der vielen Ärzten „Abgestumpftheit“ attestiert. Inzwischen hat die Polizei reagiert: Das


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