„Man will natürlich ewig leben“

Feuilleton | aus FALTER 25/10 vom 23.06.2010

Festwochen-Intendant Luc Bondy über das Theater und den Tod, Gott und das Glück

Interview: Andre Müller

Soeben sind die Wiener Festwochen zu Ende gegangen. Intendant Luc Bondy, der diese Funktion noch bis 2013 innehat, war selbst mit Inszenierungen von Euripides’ „Helena“ (in der Übersetzung von Peter Handke) und mit der englischen Produktion „Sweet Nothings“ (nach Arthur Schnitzlers „Liebelei“) zu sehen. Im Gespräch mit André Müller verriet Bondy, dass er sich als Regisseur zusehends blockiert fühle und mittlerweile die Rolle des Schriftstellers bevorzuge.

Falter: Ich beginne mit einer Ihnen unerträglichen Frage.

Luc Bondy: Das habe ich erwartet.

Wenn Ihnen die jemand stellt, schießen Sie, sagten Sie in einem früheren Interview, durch den Plafond.

Bondy: Das glaube ich nicht.

Warum sind Sie zum Theater gegangen?

Bondy: Das ist die Frage?

Ja, und ich schlage Ihnen gleich eine Antwort vor: weil Sie das Denken fliehen.

Bondy: Stimmt! Das Theater ist eine Therapie gegen ...


Diese Artikel könnten Sie auch interessieren:


Anzeige

Anzeige