Finstere Sonne, strahlende Nacht

Feuilleton | aus FALTER 25/10 vom 23.06.2010

Die Künstlerin Brigitte Kowanz dreht im Museum moderner Kunst das Licht auf

Porträt: Matthias Dusini

Sie braucht nicht viel für ein bisschen Science-Fiction. Nur eine in die Zimmerecke geklemmte weiße Scheibe, die von unten angestrahlt wird. Und schon hat man den Eindruck, an der Schwelle zu einem Raumschiff zu stehen.

„Grenzenauflösung“ nennt Brigitte Kowanz, Jahrgang 1957, ihre mit Kunstlicht und Spiegeln geschaffenen Werke, denen das Museum moderner Kunst (Mumok) eine Schau widmet. Nah und fern, innen und außen seien für sie polare Begrifflichkeiten, die es aufzulösen gelte. Kowanz gehörte zur Generation Merve, als Künstler noch nicht „Ich komme von der Art Basel“ sagten, sondern: „Wie findest du den neuen Lyotard?“ Als Paul Virilio die „Ästhetik des Verschwindens“ beschrieb, machte Kowanz das Flüchtige und Ungreifbare zu ihrem Thema.

Die Wiener Künstlerin – ihr Vater ist übrigens der ehemalige Fußballnationalspieler Karl Kowanz – besuchte um 1980 die Hochschule


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