Sex, Gewalt und Discokugel

Feuilleton | aus FALTER 25/10 vom 23.06.2010

Nach vierjähriger Pause lassen es die Scissor Sisters wieder ordentlich krachen

Feature: Sebastian Fasthuber

Ich stand in dem Club und hatte das Gefühl für Zeit völlig verloren. Vielleicht war ich seit zwölf Stunden hier, vielleicht schon seit zwei Tagen. Ich wusste auch nicht mehr, welches Jahr wir hatten. Nach der Musik und den Outfits der Leute zu schließen, konnte es ebenso gut New York 1981 sein wie Berlin 2009.“

Manche Songschreiber covern andere Künstler, um Inspiration zu finden. Andere machen Urlaub oder gehen aufs Land. Jake Shears von den Scissor Sisters flog mit einem One-Way-Ticket nach Berlin und zog nächte- und tagelang durch Clubs wie das Berghain. Über Monate hinweg.

„Die Sonne habe ich in dieser Zeit selten gesehen“, erzählt der 31-jährige US-Musiker im Falter-Interview. Dafür brachte das exzessive Feiern seine schon vertrocknet geglaubte Kreativität wieder zum Fließen: „Von den kleinen geistigen Schnappschüssen, die ich in Clubs gemacht habe, hat die


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