Nüchtern betrachtet

Länge muss man schon auch können

Feuilleton | aus FALTER 25/10 vom 23.06.2010

Feuilletonchef Klaus Nüchtern berichtet aus seinem Leben. Die Kolumnen als Buch: www.falter.at

Weil die Meteorologie des vergangenen Wochenendes Kinobesuche ebenso zwingend vorschrieb wie geschlossenes Schuhwerk und Kartoffelgerichte mit geschmolzenem Käse habe ich meiner Tochter einen kleinen Binary-Choice-Test vorgelegt, und sie hat sich für die italienische Prekariatskomödie entschieden. Die war insgesamt ziemlich okay, aber auch entschieden zu lang. Ich habe durchaus nichts gegen Länge (zu meinen Lieblingsfilmen zählen die relativ unkurzen Streifen „Die sieben Samurai“ und „Andrej Rubljow“), aber Länge muss man halt auch können. Es gibt aber nicht sehr viele Filme, Bücher oder Theaterabende, denen eine Kürzung um 15 bis 25 Prozent mehr schaden als nutzen würde. In etwa 37 Prozent aller Fälle wäre sie dringend angeraten, bei 31 Prozent noch immer nachdrücklich zu empfehlen.

Man kann den Faktor Zeit ja für allerlei nutzen – für Gutes und Schlimmes, Wohltuendes


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