Ins Mark

Der Kommentar zur steirischen Woche

Steiermark | aus FALTER 25/10 vom 23.06.2010

Ein bisschen verlässlicher, bitte!

Endlich Gas geben dürfen wollte Elke Edlinger – nun muss sie es. Die Abstimmung um den Vorsitz der Grazer SPÖ hätte kaum knapper ausgehen können. Nun muss die neue Chefin die Skeptiker zur Mitarbeit motivieren, das Profil der Partei schärfen und dafür sorgen, dass die Leute draußen endlich mitkriegen, was die Grazer Roten wollen. Und das alles zackig, denn bis zu den Landtagswahlen sind es nur noch drei Monate.

Aber nicht nur die Stadt-SPÖ muss wieder zu Klarheit finden. Auch Franz Voves ist in puncto Verlässlichkeit weit von dem entfernt, was man von einem Landeshauptmann erwarten könnte. Prominentestes Beispiel ist sein Infragestellen des eigenen Erfolgs Gratiskindergarten. Auch lässt er sich als Verfechter der Vermögenssteuer feiern, sagt aber zum Thema gerechte Einkommen: „Wer faul ist, der bleibt halt hängen irgendwo.“ Und wie passt es zusammen, dass er sich für Arigona Zogaj in die Bresche wirft – und gleichzeitig versichert, eine Zusammenarbeit mit der steirischen FPÖ sei vorstellbar?

Jüngste Verwirraktion: Voves nennt den eigenen Staatssekretär „dümmer, als die Polizei erlaubt“, weil dieser hinterfragt hatte, ob jedes Kleinspital für alle Zeiten weiterbestehen muss. Dabei prahlte Voves erst kürzlich vor Managern, wie heldenhaft er gegen den Erhalt der Chirurgie im kleinen Ausseer Spital eingetreten sei. Er habe nicht vor den Ausseern gekniffen, wie sie da gesessen seien mit ihren Gamsbärten, feixte er.

Wer soll sich da auskennen? Einzig vorhersehbar an Voves’ Erklärungen ist, dass sie mit maximaler Emotionalität vorgebracht werden – und Andersdenkende verbal eine aufs Aug’ kriegen.

Gerlinde Pölsler leitet das Ressort Stadtleben im Steiermark-Falter


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