Phettbergs Predigtdienst

Jean Genet ist mein Traum-Taufpate

Kolumnen | aus FALTER 25/10 vom 23.06.2010

Hermes Phettberg führt seit 1991 durch das Kirchenjahr

Das Wetter spielte Arges: von den Tropen hin zur Kühlness! Da wurde ich ganz zittrig & schwindelig wie noch nie und rief am Sonntag, den 13.6. um 7.00 Uhr „144“ zur Rettung. Ich kam ins offiziell nun Hietzinger heißende Krankenhaus, denn wahrlich haben alle – auch ich – zu Recht Panik, in ein Lainzer Spital zu gehen. Zuerst reagierte mein Körper gar nicht, sondern erst ab dem Augenblick, wo ich die Infusion mit Kalium kriegte: Da ereignete sich die Heilung, schlagartig war ich wieder bei Kräften! Ich weiß, das ist jetzt, wie wenn ich Wunder erzählte ... Univ. Prof. Dr. Kramer ist der, von dem ich die ganze Zeit imaginierte! Ich hatte ihn persönlich erst bei der letzten Visite kennengelernt und seither weiß ich, dass er der Mann mit Charisma ist!

Was ich sonst erlebte, war Mist. Ich wollte Ö1 hören, doch das Radio sei kaputt, wurde mir gesagt, und eine Schwester, die ich wenigstens um Fernsehen bat, hatte keine Zeit. Sie käme aber sofort wieder, sagte sie, doch sie kam nie mehr … immer wieder Versprechungen, die nicht eingehalten werden! Dann wurde mir mit angeblichen Läusen Panik eingejagt. Meine Haare sind doch mein einziges Kapital, das leicht von Läusen vernichtet werden kann! Ich begann, das Haus als Saustall zu benennen. Und erst seit ich den Ultraschall und das Charisma Professor Kramers verspürte, weiß ich es besser. Zwei Stunden bevor ich entlassen wurde, hab ich es erkannt.

Derweil wollte ich eigentlich dringend über die Regenbogenparade predigtdiensten! In kurzen Blue Jeans werd ich am 3. Juli in ein Faxi steigen, ohne NZZ, aber mit dem engelsgleichen Manuel Millautz in Begleitung. Und ruhig werd ich warten, bis mich wieder wer anruft. Ich habe keinen Plan, ich warte. In Hitze ruhig warten, bis wer anruft, das ist mein Sommerprogramm. Manuel brachte mir Karottensaft mit Walnüssen und las mir Josef Winklers „Das Zöglingsheft des Jean Genet“ vor.

Ich betrachte das als meine Taufe! Ich legte mich auf den Boden, dann musste mir Manuel aber aufhelfen, sonst läge ich immer noch da. Ich weinte vor Freude! Ich weiß, es gibt keinen „Gott“, aber die soziale Idee Jesu, die gibt es! Und Manuel liebt mich, karitativ & diakonisch &&& – ich erstumme!

Die ungekürzte Version des Predigtdienstes ist über www.falter.at zu abonnieren.

Unter www.phettberg.at ist wöchentlich neu zu lesen, wie Phettberg strömt


Diese Artikel könnten Sie auch interessieren:

×

Anzeige

Anzeige