Kritik

Feinste Extrakte aus dem Klassenverband

Lexikon | aus FALTER 26/10 vom 30.06.2010

Die Angewandte hat es nicht leicht mit ihrer Diplomausstellung. Zu unterschiedlich gestaltet sich der Output der vielen Klassen. Die Kunstuniversität lässt sich den repräsentativen Auftritt dennoch nicht nehmen und Edek Bartz, der auf der Angewandten unterrichtet, beweist schon seit einigen Jahren ein gutes Händchen beim Kuratieren der etwas peinlich „The Essence“ betitelten Leistungsschau.

Im Künstlerhaus wird gerade die aktuelle Essenz serviert, wobei die einzelnen Institute deutlich voneinander getrennt auftreten. Besonders starke Präsenz zeigen die Grafiker: Die Klasse Grafik und Werbung des bald emeritierten Walter Lürzer feiert ihr 20-jähriges Bestehen mit einem Überblick über herausragende Arbeiten; außerdem haben die Grafikstudierenden von Professor Oliver Kartak einen ansprechenden Lesesaal installiert, in dem eigene Publikationen die Wände schmücken. Vertiefung lohnen auch die Arbeiten des Instituts digitaler Kunst, sowie die Gemälde der Judith-Eisler-Klasse. Etwas aufgeblasen wirkt hingegen die Bestenparade der Architekturklassen Prix, Lynn und Hadid, die auch Videoauskünfte der Studierenden über ihre Projekte bietet. Am stärksten werden die Erwartungshaltungen in der Fotoklasse von Gabriele Rothemann untergraben, wo Fotokunst eher performativen und skulpturalen Anliegen untergeordnet wird.

In das Kalthaus im Botanischen Garten der Universität Wien hat sich die Landschaftsdesigner von Mario Terzic abgesetzt. Anlässlich des zehnjährigen Jubiläums der Klasse stellt der englische Garten- und Landschaftsexperte Tim Richardson unter dem Titel „Enzian und Lorbeer“ eine Auswahl aus erfolgreichen Absolventenprojekten vor, die die Relevanz dieser Angewandtenklasse unter Beweis stellt. NS

Künstlerhaus, bis 18.7. bzw. 23.7.


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