Neu im Kino

Oh „Shrek“ – noch eine Fortsetzung!

Lexikon | Klaus Nüchtern | aus FALTER 26/10 vom 30.06.2010

Will man schiere Geldgier freundlicherweise ausschließen, dann kann man den Machern der „Shrek“-Filme nach dem Desaster von „Shrek The Third“ auch sportlichen Ehrgeiz oder Wiedergutmachungsambitionen unterstellen, die nun zu „Shrek Forever After“ geführt haben: Jetzt sind DreamWorks der Konkurrenz von Pixar/Disney („Toy Story“) und 20th Century Fox („Ice Age“) wieder um eine Pinocchionasenlänge voraus und haben die erste Animationstetralogie des digitalen Zeitalters in die Kinosäle gewuchtet. Handlungsverlauf und der Alternativtitel „Shrek: The Final Chapter“ lassen aber doch die Hoffnung aufkeimen, dass dies endgültig das prequel, to end all sequels gewesen sein wird.

Zu Beginn des Films sieht man Mama und Papa König/-in durch eine timburtondüstere karge Landschaft fahren, um sich ausgerechnet bei Rumpelstiltskin die Erlösung des Töchterls von ihrem Fluch aufs Teuerste zu erkaufen, ehe ein herbeieilender Diener die Rettung Fionas verkündet und den Deal zum Platzen bringt. Gelegenheit zur Rache findet sich, als der mittlerweile ziemlich unschrecklich gewordene Shrek, niedergedrückt von der süßen Bürde des Familienalltags und den weniger putzigen Ansinnen fremder Bälger, einen Auszuck bekommt und sich bei Rumpelstiltskin einen Tag seines früheren Lebens zurückwünscht – blöderweise ohne das Kleingedruckte zu lesen. Motive aus „Groundhog Day“, „Terminator“ und „Lord of the Rings“ werden lustvoll aufgegriffen, Fiona wird, vor der Zeit, als Shrek sie kannte, als eine Art Lara Croft des Märchenlandes präsentiert, und der Gestiefelte Kater hat die besten Lacher gegen sich: Der in „Shrek 2“ eingeführte feurige Fechter erinnert phänotypisch doch entschieden stärker an Luciano Pavarotti als an Antonio Banderas (der ihm seine Stimme leiht).

Ab Fr in den Kinos (3D digital OF im Haydn)


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