Ohren auf

Sammelkritik

Lexikon | Klaus Nüchtern | aus FALTER 26/10 vom 30.06.2010

Der uncoolste Hut der Jazzgeschichte

Wer das Bootleg aus dem Wiener Konzerthaus („What I Say“, featuring Keith Jarrett) nicht hat, aber ein Wien-Konzert mit Miles Davis haben will, der wird jetzt mit dem exakt zwei Jahre später eingespielten „Live in Vienna 1973“ bedient, sollte dann aber gleich 30 Pence mehr auslegen, um sich die DVD „Stadthalle, Vienna 1973“ zu besorgen: Der Sound ist genauso unterirdisch, dafür kann man Miles im blauen Anzug mit weißem Schal, Dave Liebman mit rotem Kopftuch und Al Foster mit einem Fleckerlteppich als Hemd sowie etwas auf dem Kopf sehen, bei dem es sich höchstwahrscheinlich um den uncoolsten Hut der Jazzgeschichte handelt.

Annehm- bis zumutbar ist die Klangqualität der beiden anderen, ebenfalls auf Gambit erschienenen und jazzhistorisch interessanteren Livemitschnitte: Sie sind wenige Monate nach der Einspielung von „Bitches Brew“ entstanden und die einzigen Tondokumente, auf denen Miles und Wayne Shorter gemeinsam mit Chick Corea,


Diese Artikel könnten Sie auch interessieren:


Anzeige

Anzeige