Kunst Kritik

Im Abseits, so klar wie exzessiv

Steiermark | Ulrich Tragatschnig | aus FALTER 26/10 vom 30.06.2010

Ein unheimliches Panoptikum baut Les Tardes (Philipp) Goldscheyder aus all dem Zeugs, das sich auf der Straße findet, wo er, ständig auf Drogen, lebte. Und sich selbst eine Art Himmelswagen, der immer schneller läuft, vorbei am Marionetten-Menschen und am blutbefleckten Stammbaum, an den „zwölf Aposteln“, die eigentlich improvisierte Öfen zum Verflüssigen von Heroin sind. Ein Kreuz im Visier, das die Welt analog dem Leidensholz Christi in Wahr und Falsch, in Gut und Böse einzuteilen hilft, fährt damit einer, der Künstler wurde, als seine Freundin, mit der er seine Straßenjahre zugebracht hatte, starb und ihm ihren Malkasten vererbte: „Um ein bisschen was von ihr (hin)fortzuführen.“

kunst.wirt.schaft, bis 15. 7.


Diese Artikel könnten Sie auch interessieren:


Anzeige

Anzeige