Nachrichten aus dem Inneren

Die Redaktion erklärt sich selbst

Falter & Meinung | Klaus Nüchtern | aus FALTER 26/10 vom 30.06.2010

In der Hall of Fame der Falter-Wuchtelwette hatten die Führenden zu Redaktionsschluss 15 richtige Spielresultate (das 7:0 der Portugiesen gegen Nordkorea hat allerdings niemand vorhergesehen) und 33 richtige Sieger getippt. Das kurzfristig zum Bierdepot umfunktionierte Lager wurde am Donnerstag befüllt (genau eine Lkw-Lieferung Sechsertragerln geht rein) und war am Freitagnachmittag leergewonnen. Barbara „Baronesse“ Blaha war unbeteiligt, obwohl sie immerhin schon acht richtige Resultate hatte. Die einen Schreibtisch, aber auch ein Zimmer weiter Dienst tuende Isa Grossmann wird mit ihren Favoriten (Schweiz, Slowenien, Kamerun) keine schimmlige Vuvuzela mehr gewinnen, was ihrer Slowenophilie aber keinen Abbruch tut: „Die haben nur zwei Millionen Einwohner, können aber Skifahren, Leichtathletik und Fußball und haben auch noch ein Meer!“

Unsere Deutschen sind naturgemäß alle extragschmeidig drauf. Carsten Fastner betrat die Redaktion nach nur einwöchigem Urlaub übermäßig entspannt und mit einer Kappe aus circa „Bonnie & Clyde“, wohingegen Christopher Wurmdobler die Krempe seines brandneuen Panama-Porkpie-Hat Marke „Popeye Doyle“ dann doch einen Tick zu breit fand, sodass er ihn mir zum Sommerschlussverkaufspreis überlassen hat – wir sind nämliche beide 59 (hutgrößentechnisch). Jetzt gönne ich meinen deutschen Kollegen und Freunden ihr Gutgelauntsein ja, frage mich aber schon, ob man sich über einen Sieg, der auf einer der größten Unrechtsentscheidungen dieses noch jungen Jahrtausends beruht, wirklich von Herzen freuen kann?


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