Kommentar

Afrika und die WM: Kolonialismus mit sanftem Antlitz

Fußball

Falter & Meinung | Johann Skocek | aus FALTER 26/10 vom 30.06.2010

Das Erste, was einem hier auffällt, sind die vielen verschiedenen Gesichter.“ Die blonde Dame hielt das Mikrofon in der Hand und sprach mit großen Augen und großem Nachdruck in die Kamera. Sie trug aus einem Viertel von Johannesburg, wo viele Ghanaer illegal leben, eine Reportage zum Hype um das entscheidende WM-Gruppenspiel der Deutschen gegen Ghana bei. Die Deutschen mussten gewinnen, und selbstverständlich gewannen sie auch (1:0).

Seit hunderten Jahren gewinnen die Europäer immer und überall in Afrika, von den Franzosen in Algerien bis zu den Niederländern und Engländern in Südafrika. Die Fußball-WM in Südafrika ist kein Wiedergang des Kolonialismus. Aber der aufgekratzt-gönnerhafte Unterton in den Township-bis-Wildpark-Erlebnisberichten von Franziska von Almsick und Kollegen macht misstrauisch. Und laut wissenschaftlichen Untersuchungen funktionieren die Kontakte aus den guten alten Zeiten noch. Englische (holländische, französische) Klubs besorgen sich Kicker hauptsächlich


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