Nachgetragen

Wien, Europa und die Welt. Journal mehr oder weniger bedeutender urbaner Begebenheiten

Politik | aus FALTER 26/10 vom 30.06.2010

Lehrer statt Dealer: Fall Brennan wandert zum Straflandesgericht

Matthias G. Bernold

Der Angeklagte packt den Sachverständigen bei den Schultern, rüttelt ihn hin und her, stürzt plötzlich nach vorn und bringt ihn judoartig zu Fall. Was vergangenen Donnerstag am Bezirksgericht Josefstadt nach Widerstand gegen die Justizgewalt aussah, war bloß Teil der Demonstration des Kampfsportsachverständigen Franz Triendl aus Tirol. Triendl sollte abschätzen, ob Zivilfahnder Christian S. das gelindeste Mittel angewendet hatte, als er am 12. Februar 2009 auf dem Bahnsteig der U4-Station Spittelau einen mutmaßlichen Drogendealer zu Boden riss. Der Mann entpuppte sich später als der afroamerikanische Lehrer Michael Brennan.

Wie Triendl ausführte, sei der Zugriff, bei dem Brennan schwer verletzt wurde, nur dann angemessen gewesen, wenn sich der Polizist davor ordnungsgemäß zu erkennen gegeben hätte: „Ja“, sagt dazu S., er habe mehrfach „Stop, Police!“ gerufen und seinen Ausweis gezeigt.


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