Technik

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Medien | aus FALTER 26/10 vom 30.06.2010

Bleistift 2.0: zum Rumkauen nicht geeignet

prüfbericht: thomas vaŠek

Seit langem versprechen uns die Computervisionäre, dass sie Dinge des Alltags intelligenter machen wollen. Überall muss ein Prozessor rein – von der Nagelschere bis zum Radiergummi. Die Wahrheit ist natürlich, dass sich nicht viel geändert hat. Zum Beispiel benutzen wir die gleichen Bleistifte, Kugelschreiber und Notizblöcke wie vor zehn Jahren. Die haben sich eben bewährt. Aber jetzt kommt endlich mal ein Unternehmen mit einer richtig guten Idee. Der Hersteller heißt Livescribe ( www.livescribe.com), das Produkt „Pulse Smartpen“. Das funktioniert so: Man macht auf einem speziellen Block Notizen, der Wunderstift merkt sich, was man schreibt, und überträgt die Notizen in den Computer. Während des Schreibens kann man sogar per Mikro Tonaufzeichnungen machen – und der Stift speichert den Audio-Link zusammen mit der Stelle, an der er aufgenommen wurde. Wenn man also etwas notiert und einen Kommentar dazu abgibt, lässt sich beides zusammen wieder abspielen, indem man einfach nur die entsprechende Stelle in der Notiz antappt. Im Wesentlichen beruht das Gerät auf der Kombination einer Infrarotkamera mit „Microdots“ auf dem Notizblock. Diese elektronischen Punkte ermöglichen es der Kamera, die Schreibbewegungen zu verfolgen. Billig ist der Spaß nicht: 120 Euro kostet die 2-Gigabyte-Version, für das Notizbuch sind extra 20 Euro fällig. Doch dafür ist es eine richtig clevere Idee. Zum Rumkauen kann man sich immer noch einen gewöhnlichen Bleistift kaufen.

Thomas VaŠek ist Journalist und Buchautor in München


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