Spur der Schmerzen in der Stadt der Engel

Feuilleton | aus FALTER 26/10 vom 30.06.2010

Nach 17 Jahren stellt sich Christa Wolf literarisch ihrer Stasi-Vergangenheit. Angeblich

BUCHKRITIK: SIGRID LÖFFLER

Man wird noch einmal an die Vorgeschichte erinnern müssen. Im Mai 1992 konnten Christa Wolf und ihr Mann Gerhard Wolf in der Gauck-Behörde in Berlin ihre Stasi-Akten einsehen – 42 Bände allein für die Zeit von 1968 bis 1980. Demnach wurden die Eheleute seit 1968 observiert, galten als „feindliche Elemente“ und waren von einem dichten Netz von Stasi-Zuträgern umgeben. In den Akten fand sich allerdings auch ein Dossier, aus dem hervorging, dass Christa Wolf nicht nur bespitzelt wurde, sondern drei Jahre lang selbst der Staatssicherheit der DDR zugearbeitet hatte – als „Informelle Mitarbeiterin“ unter dem Decknamen „IM Margarete“.

Angeworben im März 1959 – Christa Wolf war damals 30 Jahre alt und arbeitete als Kritikerin und Redakteurin einer Literaturzeitschrift –, lieferte sie den Stasi-Offizieren bei anfangs regelmäßigen Treffs mündliche Berichte


Diese Artikel könnten Sie auch interessieren:


Anzeige

Anzeige