Wrack ohne Weinerlichkeit

Feuilleton | aus FALTER 26/10 vom 30.06.2010

Jeff Bridges, der unverkrampfteste Schauspieler des US-Kinos, brilliert in dem Countrydrama „Crazy Heart“

Filmkritik: Joachim Schätz

Früher war Bad Blake ein Star. Jetzt tingelt der Countrymusiker mit dem Kris-Kristofferson-Bart in seinem alten Chevrolet Suburban von Bars zu Bowlinghallen. Alkohol wird ihm vor seinen Auftritten keiner mehr ausgeschenkt, auf Anweisung seines eigenen Managements. Dafür versorgen loyale Fans den 57-Jährigen generös mit Whiskey und Sex.

Während sein einstiger Protegé Tommy Sweet (Colin Farrell) Stadien bespielt, hat sich Blake widerwillig, aber professionell am unteren Ende der Showbiz-Nahrungskette eingerichtet: Wenn er sich während eines Auftritts backstage übergeben muss, angelt er gleich wieder seine Sonnenbrille aus dem vollgekotzten Mistkübel und marschiert zurück auf die Bühne, um einen abgebrochenen Song zu Ende zu spielen.

„Crazy Heart“ (Regie und Buch: Scott Cooper) ist nie besser als in diesen frühen Passagen, die Blakes Touralltag

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