Stadtrand

Wenn in Gelsenkirchen die Gelsen kichern

Urbanismuskolumne

Stadtleben | Christopher Wurmdobler | aus FALTER 26/10 vom 30.06.2010

Das sicher sehr schöne Ruhrgebietsstädtchen Gelsenkirchen ist immer für einen Lacher gut. Haha! Gelsen! Dabei muss man denen in Deutschland natürlich erst einmal erklären, was Gelsen überhaupt sind. Aber selbst dann finden sie den Gag meist nicht so irre lustig. Wir eigentlich auch nicht. Nicht mehr. Eher reagieren wir mittlerweile auf Gelsen fast schon so allergisch wie auf ihr penetrantes „Bsssssss“. Am Tag und in der Nacht, drinnen wie draußen. Und auf ihre Bisse. „Bsssssss“. He, was ist bloß mit den Viechern los? Früher musste man schon nachts nackt durch feuchte Donauauen hüpfen, um gestochen zu werden – heute genügt ein Blick aus dem Fenster: „Bsssssss“. Mitten in der Stadt und komplett angezogen. Schon klar, das feuchte Wetter und überall Lacken. Da helfen weder Duftkerzen noch Antispray. SOLCHERNE DIPPEL (für die Deutschen: Stiche), die gehen auch mit Einschmieren nicht mehr weg. Und wenn man statt „Gelsenmittel“ vornehm „Repellent“ sagt, dann lachen sie nur frech, die Biester. Oder, nein: Gelsen kichern ja.


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