Fußball

Die Fifa spinnt zwar, hat aber leider Recht

Glosse

Stadtleben | aus FALTER 26/10 vom 30.06.2010

Wolfgang Kralicek über das Treiben auf und neben dem Spielfeld

Nach den haarsträubenden Schiedsrichterfehlentscheidungen im Achtelfinale sind sich wieder alle einig: Der Videobeweis muss endlich her. Aber auch die Fifa bleibt stur auf ihrer Linie, zur Überwachung des Spiels auf technische Hilfsmittel zu verzichten. Sogar der Torkamera (mit deren Hilfe man den Treffer Englands gegen Deutschland zweifelsfrei nachweisen hätte können) wurde unlängst eine Absage erteilt. Die konservative Haltung der Fifa wirkt schrullig und ist manchmal wirklich schwer zu verstehen. Und doch ist sie wahrscheinlich richtig: Der Fußball bezieht seine – mitunter perverse – Faszination nicht zuletzt daraus, dass man das Spiel zwar ganz genau beobachten, aber auch bei haarsträubenden Ungerechtigkeiten nicht eingreifen kann. Das macht diesen Sport realistisch wie keinen zweiten. Im richtigen Leben gibt’s ja auch keine Torkamera.


Diese Artikel könnten Sie auch interessieren:


Anzeige

Anzeige