Herr Stuchlik, braucht es die totale Überwachung?

Stadtleben | Daniel Nutz | aus FALTER 26/10 vom 30.06.2010

Falsch gepfiffen: Ex-Schiedsrichter Fritz Stuchlik erklärt, wieso die Einführung des Videobeweises abgelehnt wird

Die Schiris sind die Pfeifen der WM. Jeder Laie erkennt, dass Frank Lampards Lattenpendler gegen die Deutschen eindeutig hinter der Torlinie landete, Maurice Edu niemals ein Foul begangen, der Luís Fabiano klar mit der Hand gespielt hat und geschätzt die Hälfte der Abseitspfiffe und Roten Karten falsch sind. Den durch die Schnelligkeit des modernen Fußballs offenbar gnadenlos überforderten Unparteiischen muss unter die Arme gegriffen werden, fordert deshalb etwa der Sportsoziologe Andrei Markovits. Der einer Sympathie für Überwachungsregimes unverdächtige, linksliberale Professor aus Michigan tritt im Standard dafür ein, dass ein zusätzlicher Schiedsrichter mittels technischer Hilfsmittel über strittige Situationen entscheiden soll: Eine durch Kameras und Computerchips totale Überwachung des Spielgeschehens – wie in den US-Profiligen.

Dass das internationale Regelkomitee


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