„Unsere Gärten!“

Steiermark | aus FALTER 26/10 vom 30.06.2010

In Grazer Gemeinschaftsgärten ist gerade Hochsaison: Alte, Junge, Zuwanderer und Einheimische harken und säen da Seite an Seite

Gartenschau: Gerlinde Pölsler

Wenn es Abend wird und das Sonnenlicht so eigentümlich durch die Bäume schimmert, kann Su Ok Kim einfach nicht anders: Die aus Südkorea stammende Koloratursopranistin, die gern bis in die Nacht an ihren Peperoni-, Melanzani- und Hokkaido-Pflanzen arbeitet, zieht sich dann die Schirmkappe von den Haaren, schreitet barfuß zwischen den Gärten der guatemaltekischen und der bosnischen Familien hindurch und schmettert die „Vier Letzten Lieder“ von Richard Strauss. Manchmal jodelt sie. Sie kommt in den Interkulturellen Garten Graz-West am Fuße des Plabutsch, weil die Erde sie anzieht: „Je älter ich werde, desto näher fühle ich mich der Erde.“

Auch in Graz sprießen nach und nach Gemeinschaftsgärten aus der Erde und können sich des Andrangs kaum erwehren. Im Interkulturellen Garten Graz-West harken 25 Familien aus etwa zehn

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