Magischer Realismus

Extra | aus FALTER 27/10 vom 07.07.2010

Feministische Zauberkunst: Anne Juren zeigt eine Neufassung ihrer irritierend-faszinierenden Performance „Magical“

Text: Elfi Oberhuber

Die Frau, die da im biederen grauen Kostüm auf der Bühne steht, beginnt sich langsam auszuziehen. Während des Striptease in anbietender Verführungsattitüde zaubert sie ein rotes Tüchlein hervor, das sie dann wieder verschwinden lässt – und zwar exakt von jener Körperstelle, deren Kleidung sie sich danach entledigt, sodass es, wenn sie schließlich nackt ist, keinen Platz mehr zu geben scheint, wo sie es noch hervorziehen könnte. Oder?

Ein solches Kunststück zu beherrschen ist allemal bewundernswert. Und zwischen Voyeurismus und Schock lachen lässt es sich über die Doppelironie dieser Szene so oder so. Entscheidend ist jedoch die Frage, inwiefern die Kabarettnummer „Hanky Panky“ von der Britin Ursula Martinez (ein Youtube-Renner) bedeutungsvoller wird, indem Anne Juren sie in ihrer Performance „Magical“ zitiert?

Wird sie das, weil sie


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