Gut gelacht ist halb verzweifelt

Extra | aus FALTER 27/10 vom 07.07.2010

Humor als Teil des Konzepts: Was genau ist an zeitgenössischer Performance komisch?

Text: Elfi Oberhuber

Kein Kind ist quirliger und kein Woody Allen neurotischer als der Amerikaner Antony Rizzi. Dessen Überraschungspaket von einer Performance lässt tatsächlich einen Rückschluss auf die Neurose zu, auf ein „fehlentwickeltes Triebleben und unverarbeitete Konflikte mit der Umwelt, bei einer krankhaften, aber heilbaren Verhaltensanomalie mit seelischen Ausnahmezuständen“.

Das Komische daran ist, dass Rizzi sich mit seiner Fantasie gleichzeitig therapiert. Etwa, wenn er – in „Snowman Sinking“ – einen kugeligen Schneemann mit den großen Erwartungen des Lebens bebildert, die, kaum in greifbarer Nähe, schon wieder dahinschmelzen („Nach einer Woche intensivem Sex sagte er:, Ich bin nicht schwul.‘“). Die Konsequenz: Wenn ich ihn sehe, platzt es lauthals aus mir heraus. Heuer wird Antony Rizzi mit der New Yorker Performance-Ikone Penny Arcade einen Abend zum Thema Aids gestalten.

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