Neu im Kino

Most Dangerous Gamezone: Retro-Action in „Predators“

Lexikon | Drehli Robnik | aus FALTER 27/10 vom 07.07.2010

Das kurze 20. Jahrhundert mündete in die langen 80er-Jahre; die sind ja durch mehrere Revivals zur Endlosgegenwart erweitert. Demnächst starten Kinoreprisen von Eighties-Freakteam-Action, samt Schwarzenegger am Rand von Stallones „Expendables“. Dem geht nun das Sequel des heimlichen besten Schwarzenegger-Films voraus. Vorausgehen heißt auf Englisch to predate, aber davon kommt der Titel nicht: „Predators“ sind Raubtiere, werden anders ausgesprochen und folgen John McTiernans „Predator“, Baujahr 1987, in den Dschungel.

Es gab schon „Predator 2“, zwei Monster-Mashup-Filme vom Typ „Alien vs Predator“ sowie 1991 die wienerische No-Budget-Video-„Predator“-Hommage „Kampfkommando Virus“. Nun tut Nimród Antal, US-Regisseur ungarischer Herkunft mit Paranoia-Formel-Faible, das retrologisch Richtige, dreht nicht einen weiteren Film über das Raubtier, sondern ein Raubtier von einem Film.

Das nähert sich dem „Urtext“ in kultistischer Hingabe, sprich: durch Umstülpen, Ausweiden, Abknabbern. Wie 1987 wird ein multiethnisches Söldnerteam (rund um Adrien Brody) zur kessen Beute außerirdischer Jäger mit Tarnkappe. Look und Sound des ’87er-SciFi-Splatter-Actionfilms sind bis in Ausstattungs- und Musikdetails nachgestellt, dessen Genrehybridantrieb ist auf Mindgame-Niveau hochgetunt: Wo Wald war, muss Welt werden. Welt heißt Gamezone mit instabilen Regeln, ergo weht ein Hauch von „Lost“.

Hier ist viel gewollt, manches gekonnt, und wir lernen, dass Solidarität den Menschen vom Raubtier (sprich: Kapital bzw. Kulturvolk) scheidet. Im Abspannsong heißt es gonna have some fun tonight: Schau’n Sie sich das an, wenn Sie vor 1980 geboren sind; wenn nicht, dann auch.

Ab Fr in den Kinos (OF im Haydn)


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