Ohren auf

Neuer Austro-Dialektpop: zurück in die 70er

Sammelkritik

Lexikon | Gerhard Stöger | aus FALTER 27/10 vom 07.07.2010

Nicht dass er fröhliche Urständ feiern würde. Aber ganz so tot, wie man lange Zeit dachte, ist der Austropop nicht. Also der klassische Austropop, nicht der nach „Kabinenparty“, „Du Oasch“ und „Alles hin, hin, hin“ schmeckende. „Leben“ (Leben Records) ist dafür ein schönes Beispiel, das neue Album des amerikanophilen Wiener Musikers Michael Seida. Mit seiner Sessions Band nimmt er sich Bruce Springsteens Pete-Seeger-Interpretationen als Vorbild und überträgt die Idee mit einer hemdsärmeligen Poesie ins Wienerische, die in den besten Momenten – der „When the Saints Go Marching In“-Paraphrase „Waun der Tog ins Lebm kummt“ etwa – durchaus zu rühren vermag.

Während Seida auch eigene Texte singt, greift der Basena Social Club, ein Sextett um den ehemaligen Schmetterling Erich Meixner, ausschließlich auf Fremdmaterial zurück. Was aber nur recht und billig ist, vertont die Gruppe auf „Iba de gaunz oamen Leit“ (Extraplatte) doch ausgewählte Dialektgedichte


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