Nachrichten aus dem Inneren

Die Redaktion erklärt sich selbst

Falter & Meinung | Klaus Nüchtern | aus FALTER 27/10 vom 07.07.2010

Der deutsche Untertitel einer in diesem Blatt nicht gerade totgeschwiegenen US-amerikanischen TV-Serie ist bekanntlich „Gestorben wird immer“, und an seiner Wahrheit ist leider nicht zu rütteln. Wahrscheinlich ist es zynisch anzumerken, das nachrichtenrelevante Sterben möge jetzt wieder mal nachlassen, aber in letzter Zeit ist es schon etwas üppig und pietätvoll, und unprofessionell, wie wir sind, haben wir das Zeug eben nicht in der Lade liegen. Vor zwei Wochen gab’s Dichand und einen ausschließlich mit Nachrufen bespielten Kulturmeldungskasten, diesmal gibt’s eine Doppelseite, auf der Andreas Okopenko und Rudolf Leopold gewürdigt werden, womit der Falter schon ein bisschen in Richtung jenes Projekts geht, das Michael Omasta und ich vor vielen Jahren einmal angedacht haben: The Monthly Obituary, eine Monatszeitschrift, die ausschließlich aus aktuellen Nachrufen (warm) und Jubiläumsablebensgedenkartikeln (kalt) bestanden hätte.

Der Satz zumindest der Woche, wahrscheinlich des Monats, wenn nicht überhaupt des Jahres stammt von Nina Horaczek und lautet (sinngemäß): „Dieser Relaunch nervt!“ Mit „diesem Relaunch“ meint Horaczek, die nun wieder realphysisch in der Redaktion anwesend ist, in der Tat den Falter-Relaunch vom Herbst 2008. Um die nervenzerfetzenden Aspekte desselben (Stichwort: „Kleinschas“) hat Horaczek zuletzt ein bisschen einen Bogen gemacht, weil sie sich so chilligen Downtempo-Tätigkeiten wie Entbindung und Säuglingsaufzucht gewidmet hat. Jetzt aber ist sie wieder im real existierenden Journalismus angekommen und siehe da – er nervt!


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