Meinesgleichen

Der „Fall“ Skocek: wie man jemanden sauber anpatzt

Falter & Meinung | aus FALTER 27/10 vom 07.07.2010

Korruption im Journalismus – dagegen muss man sein. Der österreichische Journalismus ist durch und durch unkorrupt, vor allem der Sportjournalismus. Da kann es allen an Sauberkeit interessierten (also allen ausnahmsweise nicht betroffenen) Journalisten nur recht sein, wenn einmal einer als korrupt vorgeführt wird.

Das Zentralorgan der Sauberkeit heißt – logischerweise, möchte man sagen – Der Österreichische Journalist. Der Sünder soll – und das ist doch ein wenig überraschend – Johann Skocek heißen. Der Vorwurf: Skocek sei als freier Journalist „in Diensten des ÖOC“ gestanden (Journalist-Herausgeber Georg Taitl) und habe gleichzeitig über das ÖOC berichtet – unvereinbar! Die Fakten: Skocek stand nicht in Diensten des ÖOC, er hatte einen Werkvertrag, der ein Oral-History-Projekt mit Olympiasiegern betraf.

Skocek weist darauf hin, dass er zur gleichen Zeit kritische Geschichten über das ÖOC veröffentlichte. Die Standard-Redaktion war über den ÖOC-Auftrag an ihn informiert, die Rechtsberaterin des Standard erklärte diesen schriftlich für unbedenklich.

Es scheint, dass Skocek ein paar Mächtigen auf den Schlips getreten ist, die ihn nun zu diffamieren versuchen. Eine österreichische Geschichte? Gewiss. Aber nicht auf Kosten eines unserer Mitarbeiter!

Wer Skocek kennt, und ich kenne ihn gut und lange, weiß, dass der Vorwurf der Korruption absurd wäre, selbst wenn er ihn nicht widerlegen könnte. Was er aber kann. Im nächsten Falter lesen Sie mehr.

Johann Skocek führte im Standard 1989 einen neuen Stil der Sportberichterstattung ein. 2004 endete sein Anstellungsverhältnis, Skocek blieb bis 2009 freier Pauschalist. Heute schreibt er für den Falter und die Presse


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