Kommentar

Aus dem Leopold Museum wird ein Grünbaum Museum

Kunstrestitution

Falter & Meinung | Matthias Dusini | aus FALTER 27/10 vom 07.07.2010

Der letzte Woche verstorbene Sammler Rudolf Leopold stand mehrmals im Zentrum der Auseinandersetzungen über in der NS-Zeit geraubte Kunstwerke (siehe auch S. 29). Dabei begann er erst in den 50er-Jahren mit dem Sammeln und hatte somit eigentlich nichts mit dem Kunstrückgabegesetz zu tun. Das 1998 beschlossene Gesetz betrifft jene Objekte, die ihren Besitzern gestohlen, abgepresst, in Tauschgeschäften auch noch nach 1945 vorenthalten worden waren. Die Bundesmuseen halten sich vorbildlich an dieses Gesetz.

Die Sammlung Leopold befindet sich ebenfalls in Staatsbesitz, genauer gesagt: im Eigentum einer Privatstiftung der Republik, in deren Vorstand Leopold das Sagen hatte. Erst nach langem Drängen begannen Historiker mit der Erforschung der Provenienz einiger Werke.

Schieles „Häuser am Meer“ etwa wurde 1938 beschlagnahmt und versteigert, die Eigentümerin Jenny Steiner musste fliehen; Leopold kaufte es 1953. Jedes Bundesmuseum hätte das Bild längst restituiert, nicht so das Leopold


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