In einem Land vor unserer Zeit

Politik | aus FALTER 27/10 vom 07.07.2010

In wenigen Tagen wird Arigona Zogaj in den Kosovo zurückkehren. Wie sieht die Welt aus, in der sie künftig leben wird?

Reportage und Fotos: Stefan Apfl/Peja

Es ist ein steiniger, von Furchen durchzogener Weg, der zum Haus führt, in dem Alfred Zogaj wohnt. Vorbei an Müllbergen und Ruinen, an kichernden Roma-Kindern und rauchenden Männern mit starren Mienen. Oben am Hügel, über der westkosovarischen Stadt Peja, sitzt der 19-Jährige auf einem Holzscheit und lächelt. „20.000 Menschen, die nur wegen uns demonstrieren. Das ist schon schön“, sagt Alfred Zogaj. Dann schweigt er wieder und schaut hinunter ins Tal.

Drei Jahre ist es bald her, dass der Bruder von Arigona Zogaj mit seinem Vater und drei Geschwistern im September 2007 abgeschoben wurde. Seither ist viel geschehen: Die fünf kehrten zunächst in ihren Heimatort Kaliqan zurück, wo sie im Haus ihrer Großmutter wohnten. Eines Tages verschwand der Vater wortlos, dann starb die Großmutter. Plötzlich standen Alfred und Alban


Diese Artikel könnten Sie auch interessieren:


Anzeige

Anzeige