Der unabhängige Kosovo: „Europa muss seine Verantwortung ernst nehmen“

Politik | aus FALTER 27/10 vom 07.07.2010

Entgegen jahrzehntelang aufgebauten Erwartungen verwandelte sich der Kosovo am Tag nach seiner Unabhängigkeit am 17. Februar 2008 nicht in ein Schlaraffenland. Die Arbeitslosigkeit liegt bei rund 50 Prozent, die Korruption hat selbst höchste Regierungskreise erfasst, während Experten den Umsatz der organisierten Kriminalität auf das Dreifache des Jahresbudgets schätzen. Dass erst 22 der 27 EU-Mitglieder den historisch und bevölkerungsmäßig jüngsten Staat des Kontinents anerkannt haben, erschwert die politische Integration in Europa weiters.

Am kommenden Donnerstag verabschiedet das Europäische Parlament eine Resolution, die Bewegung in den erlahmten Europäisierungsprozess bringen soll. „Im Kern fordern wir die baldige Reisefreiheit, die Anerkennung durch alle EU-Staaten und eine Normalisierung der Beziehungen zu Serbien“, sagt Ulrike Lunacek, die im EU-Parlament als Berichterstatterin für den Kleinstaat zuständig ist. Die Grüne, die die Abschiebungspraxis in Fällen wie


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