Der Sparefroh als Galionsfigur

Politik | aus FALTER 27/10 vom 07.07.2010

Was den pensionierten Wirtschaftsredakteur Walter Sonnleitner dem BZÖ in die Arme trieb

Porträt: Matthias G. Bernold

Der Mann legt Wert auf Details. Im Juni 2008 zum Beispiel, als er Ex-Finanzminister Karl-Heinz Grasser im „ZiB2“-Interview weniger zu dessen zweifelhaftem Engagement bei der Energiefirma Meinl International Power befragte, sondern mehr zu dessen neuem Haarschnitt. So kitzelte er aus Grasser heraus, dass dieser schon als Jugendlicher die Haare lang getragen hatte, sie dann aber schneiden ließ, „weil die Kunden im Autohaus geglaubt haben, ich wäre eine Frau“.

Eher denn als listenreichen Interviewer lernten die Fernsehzuschauer Walter Sonnleitner allerdings als onkelhaften Auguren kennen, der von Anlageformen bis hin zum Zusammenbruch der Lehman-Brothers-Investmentbank alles Ökonomische zu deuten verstand.

Vergangene Woche schlüpfte der 63-Jährige dann in eine völlig neue Rolle: in die des BZÖ-Spitzenkandidaten für die Wiener Gemeinderatswahl im Herbst. Warum sich

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