Nachgesehen

Der Schauplatz, am Tag nach dem Geschehen noch einmal betrachtet

Politik | Matthias G. Bernold | aus FALTER 27/10 vom 07.07.2010

Aus für Cremeschnitte zur Zigarette: Aida macht Filialen rauchfrei

Darf man hier rauchen? Nein? Danke, Wiederschauen!“

„Haben Sie das gesehen?“, fragt Frau Claudia, als die Dame aus der Aida in der Wallensteinstraße stürmt, „seit gestern regen sich die Leute auf und gehen.“ Denn die Filiale ist – wie die meisten der Konditoreikette – wegen des neuen Rauchergesetzes seit 1. Juli rauchfrei. Ein gewöhnungsbedürftiger Unterschied, gehörte doch dichter Qualm fast schon zum Inventar. Während draußen das Brigittenauer Leben vorbeiströmte, saßen die Gäste drinnen im Rauch, als wären sie Tabakfischlein im Nikotinarium.

Auch wenn die Reihen der Sitzenden einen Tag nach Inkrafttreten der Regelung lichter sind, hofft Frau Claudia, selbst Raucherin, dass ihren Gästen die Melange bald auch ohne Zigarette schmeckt. Für sie sei es jetzt angenehmer: „Wenn ich aus der Arbeit gekommen bin“, sagt sie, „habe ich gestunken wie ein Aschenbecher. Da hab ich mich manchmal sogar geniert in der Straßenbahn.“


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